[M]eine Kreisgeschichte (1)

Zunehmend häufiger finden sich Berichte in den Medien über Menschen, die sich bewusst entscheiden aus dem bewährten gesellschaftlichen „System“ auszusteigen. Und damit verbunden ihre Art der Lebensführung, ganz oder teilweise, umzukrempeln.

Junge Menschen und aufstrebende Karrieristen wohnen lieber in rollenden 20 Quadratmeterwohneinheiten als in mehrstöckigen Luxusappartements. Banker kündigen ihre Jobs um in Gemeinschaften zu leben und sich fortan ihrer musikalischen Entfaltung zu widmen. Einzelne Familien verbinden sich mit anderen Gleichgesinnten und gründen Lebensgemeinschaften.

Wieder andere gründen kleine Firmen, die sich der nachhaltigen Produktion von Alltagsgegenständen, Lebensmitteln oder Persönlichkeitsentfaltung verschrieben haben.

„Alternative“ Konzepte und -Methoden reichen von intergenerativen Wohnprojekten bis hin zu vollständig autarken Gemeinschaften in eigenen Dörfern, abgelegen im Nirgendwo.

Jährlich treffen sich mehrere Tausend Menschen auf diversen Camps und Veranstaltungen, um ihre Erkenntnisse, Methoden, Interessen und Produkte vorzustellen, zu erlernen oder schlicht, zu teilen.

Allen gemein ist das Bestreben der „Gesellschaftsänderung“, viel mehr, das Wiederfinden von Gemeinschaft im Alltag sowie nachhaltiger und umweltverträglicher Konsumoptionen.

Sind diese „alten“ Werte von Gemeinschaft, Gleichheit und Nachhaltigkeit nicht längst der „Unbrauchbarkeit“ überführt? Beziehungsweise, sind diese „alten“ Werte überhaupt in unsere moderne Gesellschaft übertragbar und verwendbar?

Wir fragten uns, weshalb entscheiden sich Menschen für andere (neue) Lebenskonzepte und verzichten dabei, ganz oder teilweise, auf die Sicherheit fester Einnahmen oder eines festen Wohnsitzes?

Was für Menschen sind es?

Was bringt es, das persönliche Lebenskonzept zu überdenken?

Weshalb und wofür lohnt es sich, aktiv nach Möglichkeiten zu suchen und zu erforschen?

Was treibt Menschen an ihren Weg weiter zu gehen, obwohl es manchmal „aussichtslos“ erscheint?

Wir haben uns auf die Suche gemacht um Ergebnisse, Experten und Gemeinschaften zu finden, die sich genau damit auskennen.

Sind wir, als Menschheit, nicht ohnehin, aufgrund unseres Verhaltens dem steigenden Ressourcenverbrauch, Atomwaffen- und Kriegsindustrie, dem Untergang geweiht?