[M]eine Kreisgeschichte (6)

1. Kommt es anders – 2. Der Kreis lenkt.

Vor Beginn unserer „gecrowdfundeten“ Dreh-Tour, 2015, hatten wir bereits im Juli, unsere Filmausrüstung aufgestockt und uns auf den Weg nach Dresden gemacht, um die ersten Protagonisten des Films als auch die neue Ausrüstung kennenzulernen.

Bis dahin war unser 3-Mann-1-Frau Filmteam um zwei weitere Personen angewachsen, Nadine und Dave. Im Rahmen der Trailer-Herstellung wurde klar, dass die “Tonabteilung” in unserem Team deutlich unterbesetzt war. Hier kam Dave ins Spiel.

Ungefähr zwei Wochen vor Tour-beginn, stellte Paul bei einem Arbeitstreffen die Frage in den Raum, ob es möglich sei, dass Nadine, seine Freundin, uns auf der Dreh-Tour begleitet. Angesichts der Vielzahl bevorstehender Aufgaben empfanden wir uns damit als vollständig und nahmen Nadine im Drehteam “The CircleWay Film” auf.

Die erste Station unserer Tour befand sich im ZEGG, Bad Belzig.

Nach mehr als einem halben Jahr vorbereitendem Filmschnitt traf ich auf die Menschen, die ich bisher “nur aus dem Fernsehen” kannte. Innerhalb der ersten 10 Minuten nach der Ankunft im ZEGG wurde ich zum Essen direkt neben Manitonquat und Ellika gesetzt.

Die zweite Station unserer Dreh-Tour führte zum der ersten Begegnung Manitonquat und Ellika Linden. Beide stammen aus verschiedenen Teilen der Erde und sind Älteste, „Vertreter“, der indigenen Gemeinschaftskultur des amerikanischen Stammes der Wampanoag.

Seit mehr als 20 Jahren reisen die mittlerweile 70jährige Schwedin, Ellika und ihr Lebensgefährte, der 86jährige gebürtige Amerikaner, Manitonquat, durch Europa. Jährlich, während der Sommermonate, absolvieren sie verschiedene Vortrags- und Workshop-Veranstaltungen.

In ausführlichen Anleitungen, persönlichen Gesprächen und Geschichten vermitteln die Beiden ihr Wissen indigener Kultur & deren Rituale, die den Weg des gesellschaftlichen und partnerschaftlichen Miteinanders erleichtern sollen.

Wesentliches Anliegen ihrer Arbeit ist die erhöhte Achtsamkeit für die Wahrnehmung der eigenen als auch der Gefühle und Bedürfnisse anderer. Diese Achtsamkeit lässt sich, unter anderem, in der Anwendung und Methode des „Redestabkreises“ sowie dem intensiven Zuhören, dem „Supportive Listening“, persönlich erfahren.

„Surreal“ war das Wort, welches mir immer wieder durch den Kopf sauste. War ich jetzt zu einem Teil des Films geworden oder hatte ich einfach angefangen mir eine eigene Geschichte vorzustellen?